Ziele
Ich bin davon überzeugt, dass ein Oberbürgermeister Visionen von seiner Stadt braucht - Vorstellungen darüber, wie sich die Stadt entwickeln soll, wohin der Weg gehen soll, wenn man nicht nur verwalten, sondern gestalten will. Und im „gestalten“ sehe ich meine Aufgabe - ich will Gelsenkirchen auf einen guten Weg bringen. Dies muss alle Bereiche des Lebens und Arbeitens in der Stadt umfassen.
Ich will als Oberbürgermeister Rahmenbedingungen schaffen, um Arbeitsplätze in unserer Stadt zu erhalten und die erschreckend hohe Arbeitslosigkeit zu verringern. Ich werde dafür sorgen, dass in der Verwaltung jeder Handwerker und jedes Unternehmen, egal ob klein, mittel oder groß, die gleiche ungeteilte Aufmerksamkeit erfährt, und dass Bürokratie nicht zum Hindernis beim Erhalt oder der Schaffung von Arbeitsplätzen wird.
Kurzfristig geht es in Gelsenkirchen darum, bestehende Unternehmen und Arbeitsplätze zu sichern. Das bedeutet: engen Kontakt zur Wirtschaft halten, finanzielle Beratung anbieten, aber auch, wenn möglich, eine direkte Förderung. Wenn Umsiedlungen notwendig sind, versuchen wir, neue Grundstücke anzubieten.
Mittelfristig müssen wir den Bestand ausweiten und dadurch Arbeitsplätze schaffen. Wir werden neue Flächen entwickeln, damit ansiedlungswillige Firmen schneller Angebote bekommen. Und wir sind dabei, neue Märkte zu eröffnen, vor allem in den Bereichen Gesundheits-, Solar-, Seniorenwirtschaft und Dienstleistungen.
Wir haben im Dienstleistungssektor gute Chancen; insbesondere in der Gesundheits- und Seniorenwirtschaft sind Gelsenkirchener Einrichtungen schon beispielhaft. Wir haben mit acht Krankenhäusern eine hervorragende Infrastruktur. Ergänzt wird diese gerade um mehrere ambulante Rehabilitationseinrichtungen, die in Gelsenkirchen gebaut werden. Wir haben hochqualifizierte Ärzte und medizinische Labore. Wir haben Unternehmen der Medizintechnik vor Ort und wissenschaftliche Einrichtungen in unseren Nachbarstädten. Mein Ziel ist es, diese vielen verschiedenen Infrastruktureinrichtungen miteinander zu vernetzen und zu verknüpfen und damit eine Basis zu schaffen für ein Zukunftsfeld, in dem Gelsenkirchen eine führende Rolle in unserem Land einnehmen kann.
Unser langfristiges Ziel muss es sein, die neuen Märkte weiter auszubauen und insbesondere in Bildung und Qualifizierung zu investieren. Hier besteht ein enormer Bedarf, wenn man sieht, dass ein großer Teil der arbeitslosen Jugendlichen ohne abgeschlossene Schulausbildung ist.
Ich will, dass sich alle Menschen hier bei uns in Gelsenkirchen zu Hause fühlen. Männer und Frauen, Junge und Alte, Behinderte und Nichtbehinderte, Alteingesessene und Zugewanderte müssen sich gleichermaßen in der Stadt wieder finden. Unsere Stadt soll modern sein und doch den Traditionen verbunden, sie muss barrierefrei für ältere und behinderte Menschen sein, sie muss gleichermaßen Arbeits- und Freizeitort sein, muss tobendes Stadtleben und ruhige Naturidylle nebeneinander stellen. Die Menschen brauchen angemessene Wohnungs- und Eigenheimangebote, eine Belebung der Innenstädte und eine umfassende Stadterneuerung in unseren städtebaulichen Problembereichen. Und sie haben ein Recht auf eine saubere und sichere Stadt. Nur wenn dies gegeben ist, werden sie sich wirklich bei uns zu Hause fühlen, und dafür will ich arbeiten.
Ein ganz wichtiges Element der Zukunftsfähigkeit Gelsenkirchens ist für mich die Ausbildung und Betreuung unserer Kinder. Ich werde so schnell wie möglich in jedem Stadtbezirk mindestens eine gut funktionierende Ganztagsgrundschule anbieten. Und ich habe mir vorgenommen, dafür zu sorgen, dass innerhalb der nächsten fünf Jahre in jedem Stadtteil für jedes fünfte Kind ein Betreuungsplatz zur Verfügung steht.
Ebenso wichtig nehme ich aber auch die Anliegen der älteren Mitbürger und Mitbürgerinnen. Wir haben zum Glück viele rüstige Rentner, die nach wie vor aktiv und wach der Welt gegenüber stehen. Den Bedürfnissen und Wünschen dieser Senioren will ich mehr Aufmerksamkeit zukommen lassen, als dies bisher geschah.
Aber es gibt auch die bedauerliche Seite, die Seite, auf der Alter einhergeht mit Gebrechlichkeit, mit Krankheit, mit Demenz und mit Hilflosigkeit Um hier zu helfen, will ich verstärkt auf stadtteilbezogene Einrichtungen setzen. Wir brauchen mehr Senioreneinrichtungen in den Stadtteilen; und wenn sich dann die Einrichtung selbst noch - über ihre Bewohner hinaus - dem Stadtteil öffnet, dann ist das schon fast optimal.
Wichtiger als alle konkreten Handlungen ist aber: Wir müssen in unserer Stadt für einen Stimmungswandel sorgen. Wir müssen aufhören, zu klagen und neidvoll auf andere zu schauen, wir müssen uns an unsere eigene Kraft und Stärke erinnern und anpacken. Wir brauchen keine bunten und inhaltsleeren Broschüren, sondern eine nachhaltige Gemeinschaftsinitiative der Stadt, der Wirtschaft, der Wissenschaft und der Bürgerschaft für Gelsenkirchen.
